Damit der Glaubensmotor rund läuft

Die Kolumne des SEA-Jugendbeauftragten Andi Bachmann-Roth
April 2017


 
Für lärmige Töfflimotoren reicht normales Benzin nicht aus. Zweitaktmotoren brauchen speziellen Kraftstoff. Jeder Töfflibueb weiss: Für einen reibungslosen Betrieb braucht es ein Bezin-Öl-Gemisch. In dieser Kolumne geht es mir um einen ausgewogenen Glauben, damit der Motor für Jesus nicht nur bis zur nächsten Kurve rund läuft.
 
Ich freue mich an den vielen Bewegungen, die das übernatürliche Wirken von Gott neu betonen. Gottes Vollmacht offenbart sich in der Tat durch Zeichen und Wunder. Der von einem jungen Team gedrehte Film «Christ in You» berichtet eindrücklich von solchen Ereignissen. Sind wir deswegen alles «Miracle Makers», wie ein Prediger kürzlich sagte? Gehören zu einem Leben mit Jesus zwangsläufig Zeichen und Wunder?

Dostojewski erzählt im Roman «Die Brüder Karamasow» folgende Story: Jesus kommt noch einmal auf die Welt und wird prompt von einem Grossinquisitor seiner eigenen Kirche angeklagt. Die Anschuldigung: Jesus habe sich sträflich verschuldet. Er habe das stärkste Mittel verspielt, das ihm zur Verfügung stand: Wunder. Als Jesus in der Wüste versucht wurde oder am Kreuz hing, hätte er mit einem Wunder alle Zweideutigkeiten beseitigen können. Jesus hätte die Macht gehabt, den Glauben zu erzwingen - und tat es nicht! Der Allmächtige ermächtigt uns so zu leben als existiere er nicht, sagt Dostojewski dazu. «Aber so ist Liebe». Am Kreuz begrenzt Gott seine Allmacht, damit er unser Herz gewinnen kann, schreibt Emil Brunner. Zu Gottes Allmacht gehörten also immer auch die Passion und das Kreuz. Die Kirche darf sich keiner Mittel bedienen, die Jesus selber ablehnte. Wunder gehören zum Glauben, aber auch das Aushalten von Leiden und das solidarische Mit-Leiden. Nur mit diesem Öl läuft unser Glaubensmotor auf die Länge nicht heiss.
 
«Und nun verlangt diese Generation, [...], auch noch ein Zeichen! Es wird ihr kein Zeichen gegeben werden, nur das des Propheten Jona.» Damit liess er sie stehen
und ging weg. (Matthäus 16, 4)