Mit Gott im Job

Hast du eine gute Ausbildung in der Tasche und bist nun auf der Suche nach deinem Traumjob? Kommst du dir an der Arbeit vor wie ein unbedeutendes Zahnrad in einer schlecht geölten Maschine? Schleppst du dich zur Arbeit, weil man schliesslich von irgend etwas leben muss? Oder hast du schlaflose Nächte, weil Millionen von Kinderarbeitern tagtäglich die Hölle durchmachen?
 
Was dürfen wir von unserer Arbeit erwarten? Arbeit ist keine Nebensache. Die Bibel macht unser tägliches Schaffen gleich in den ersten Kapiteln zum Thema. Arbeit ist auf jeden Fall mehr als Geld verdienen. Egal ob Pflegefachfrau, KV-Lehrling, Gärtner oder Student – wir sind genau dort, wo Gott selber ist: Nämlich mitten im Alltag! Mitten in unserem Beruf, so sagt die Bibel, sind wir Mitarbeiter Gottes. Arbeit ist keine mühsame Last für Verlierer. Gott selber wird uns in der Bibel gleich zum Beginn als jemanden vorgestellt der arbeitet und sich nicht zu schade ist, dabei schmutzige Hände zu bekommen. Der neugeschaffene Mensch erhält von Gott die Berufung, es ihm gleich zu tun. Der Mensch soll die Welt durch seine Arbeit gestalten und bewahren (Gen 1,26-28; 2,15). Es ist doch beachtlich, dass in der ersten Ansprache Gottes an den Menschen der Arbeitsauftrag vorkommt! Wenn wir also arbeiten, wirken wir als Gottes Stellvertreter heilsam in und an der Welt mit.
Das ist noch nicht alles: Neben der Sicherung des Lebensunterhaltes gibt der Arbeitsauftrag dem Menschen die Möglichkeit, seine Gaben kreativ und zum Wohle der Gemeinschaft zur Entfaltung zu bringen. Arbeit ist in der Bibel ein wesentlicher Aspekt der Persönlichkeitsentwicklung.


Der aktuelle Jugendbarometer der Credit Suisse (2012) zeigt auf, dass der Beruf für die Jugendlichen ein wichtiges Konzept der Selbstverwirklichung ist. Egal wie wir das bewerten- die beste Zeit unseres Lebens verbringen wir bei der Arbeit. Sie nimmt für ca. 40 Jahre einen zentralen Platz in unserem Leben ein. Menschen blühen in der Arbeit auf oder gehen in ihr zugrunde. Was für den Menschen derart wichtig ist, sollte auch die Kirche beschäftigen. 
Wie aber haben wir es in der Kirche mit der Arbeit? Ich beobachte folgendes: Im „vollzeitlichen Dienst für Gott“ stehen Prediger, Missionare oder vielleicht noch Menschen in sozialen Berufen wie Pflegefachleute, Ärzte oder Lehrer. Menschen in profaneren Berufen wie Gärtner, Marketingfachfrauen oder Logistiker können ihrer Arbeit höchstens eine geistige Dimension abgewinnen, indem sie ihren Job als Gelegenheit sehen wo sie ihren Glauben teilen können. Ich selber förderte als Jugendpastor die Jugendlichen meist für ihren Dienst innerhalb der Kirche. Der Beruf diente daneben nur dem Lebensunterhalt, nicht als Möglichkeit zur Entfaltung oder zum Bau des Reiches Gottes. Ein Unternehmer teilte mir mit, dass er vom Pastor zwar als grosszügige Spender gewürdigt wird, ansonsten aber kein Interesse oder Verständnis für seinen herausfordernden Beruf erfährt. Wann hat er wohl die letzte Predigt, ein Lied oder ein Gebet explizit zum Thema Arbeit gehört? Wann wurden die Lehrlinge und Studenten im Jugendtreff das Letzte mal für ihren Job gesegnet? Die wenigsten Jugendlichen, so zeigten Umfragen, können eine Verbindung zwischen ihrem Job und ihrem Glauben herstellen. Kaum einer versteht sich in seiner Arbeit als Mitarbeiter Gottes. Daraufhin habe ich mich im Theologiestudium intensiv mit dem Thema „Arbeit“ auseinandergesetzt (MA: „Überwindung der Entfremdung von der Arbeit. Eine biblisch-theologische Untersuchung zur Arbeit in Auseinandersetzung mit Karl Marx“. Mth: „Höher, schneller, weiter… Eine theologisch-ethische Untersuchung der Wettbewerbsordnung deutschsprachiger, neoliberaler Ökonomen-Ein Beitrag zu einer menschenwürdigen Arbeitsethik
 
Die Jugendallianz setzt sich dafür ein, dass sich die Spiritualität und der Arbeitsalltag verbinden.
Gerne besuchen wir deinen (übergemeindlichen) Jugendevent, um das Thema "Mit Gott im Job" auf kreative Art und Weise zu vertiefen. Kontakt: abachmann-roth@each.ch.
 
 
 
 Buchtipp:
"Büro mit Aussicht. Glauben leben im Berufsalltag"
 
Das Buch verhilft zu einer neuen Perspektive für deinen Job. Die vom Autor  Timo Plutschinski in der Praxis erprobten Impulse zeigen, wie Christen ihren Glauben
am Montag und an allen anderen Arbeitstagen leben können. Von der Jugendallianz wärmstens empfohlen.
ISBN-13: 978-3-7751-5374-4, Gebunden, ca. 116 S., Masse: 13,5 x 20,5 cm, 1. Auflage, 28.03.2012
Preis: ca. 19.50 CHF
Verlag/ Anbieter: SCM Hänssler

 
 
 
 
 
Theologische Grundlagen:
 D
ie Erklärung von Oxford zu christlichem Glauben und Wirtschaft von 1992 beleuchtet das Thema aus einer aufgeschlossenen evangelikalen Perspektive. Ein absolutes Standartwerk für alle, welche sich tiefer mit dem Thema Arbeit und Glaube auseinandersetzen wollen.
Sautter, Hermann & Volf, Miroslav 1992. Gerechtigkeit, Geist und Schöpfung: Die Oxford-Erklärung zur Frage von Glaube und Wirtschaft. R. Brockhaus Verlag: Wuppertal.
96. Seiten. Ca. 20.- CHF 
 
Der einflussreiche Theologe Miroslav Volf aus Kroatien wirkt heute als Professor of Theology an der Yale University und Direktor des Yale Center for Faith and Culture. Wirtschaftsethik ist eines seiner Spezialgebiete. Mit seinem Buch work in the spirit hat er das Thema Arbeit völlig neu beleuchtet. 
Volf, Miroslav 1991. Work in the Spirit: toward a theology of work. Oxford University Press: New York [etc.].

252 Seiten

 
 
 
Wie kann ich meinen Glauben im Alltag leben? Lasse dich von der Homepage der Initiative "Glaube am Montag" inspirieren.


 Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) ist Partner der Initiative Glaube am Montag.

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