Sparst du schon oder schuldest du noch?

Junge Leute denken nicht ans Sparen. Jeder dritte Betriebenen ist zwischen 18 und 30 Jahre alt. Das sind im Jahr 2012 alleine im Kanton Zürich über 120'000 Jugendliche, welche unliebsame Post vom Betreibungsamt erhalten haben. Eine Zahl die im vergangenen Jahr erneut angewachsen ist.
Meist beginnt die Schuldenkarriere mit kleinen Beträgen, die man sich von Freunden und Familie ausleiht. Auf den ersten Blick nicht besorgniserregend. Doch häufen sich diese sogenannt informellen Schulden, ist die Summe am Ende so gross, dass ein Teenager ohne richtiges Einkommen sie unmöglich zurückzahlen kann.

 
Warum aber verschulden sich Jugendliche  trotz einem regelmässigen Einkommen? Roland Isler, Verbandspräsident der Zürcher Gemeindeammännner und Betreibungsbeamten sieht das Problem  in einem Wertewanden. Man gebe schlicht mehr Geld aus, als man einnimmt. "Eine Art Vorratsdenken gibt es kaum mehr", ergänzt Isler. Wer heute ein Auto kaufen will, kann dies dank einem Kredit sofort tun. Sich diesen Wunsch mit Sparen zu erfüllen, erachten nur wenige als Alternative. Da heute alles auf Raten oder mit der Kreditkarte bezahlt werdern kann, gibt es heute deutlich mehr finanzielle Risiken als früher, sagt Isler. Mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen hat keine Hemmungen, auch dann noch kräftig Geld auszugeben, wenn sie knapp bei Kasse sind.

Viele der Jugendlichen kalkulieren zudem beim Wegzug von zu Hause von Beginn weg unrealistisch. Versteckte Kosten wie Nebenkosten,Versicherungen oder Steuern gehen bei der Budgetplanung vergessen- oft mit fatalen Folgen. (Vgl. den Berich in der NZZ vom 9. April 2013)
Aber nicht nur die "fehlender Finanzkompetenz" führt Jugendlichen in die Schuldenfalle. Entscheidend ist genauso das Konsumverhalten. Wer die Freizeit gerne mit Shoppen verbringt, sich teure Markenklammoten oder das neusten Handys kauft um sich vor anderen zu brüsten, wer mit Einkaufen seinen Frust auszufüllen versucht oder ein zwanghaftes Kaufverhalten hat, ist besonders gefährdet.
Wer einmal in der Schuldenfalle sitzt, kommt ohne Hilfe kaum mehr heraus. Für Jugendliche mit finanziellen Problemen stehen verschiedenste Schuldenberatungen zur Verfügung.
Idealerweise vermeidet man von Beginn weg, sich Schulden anzuhäufen. Eltern, Schule und Kirchen sind herausgefordert, ihren Kindern und Jugendlichen  einen guten Umgang mit dem Geld beizubringen. Ladet für den nächsten Jugi- oder Teenieabend doch die Elterngleich mit ein und sprecht gemeinsam über's Geld. Unterstützung erhaltet ihr bei einem "Finanzseminar" beispielsweise von Campus für Christus.

 
Du hast Fragen, wie du das Thema Schulden in deiner Teenie- oder Jugendgruppe angehen sollst? Dann melde dich ungeniert bei der Jugendallianz (abachmann-roth@each.ch).
Die Jugendallianz empfiehlt zudem das Heft "moneymaker. mach mehr aus deinem Geld" Herausgegeben von ICF Books, Zürich. Einige Restexemplare können für 5.-/Stk. bei der Jugendallianz bestellt werden.