Verschärfte Gesetze für Risikosportarten

Wer mit dem Teenieclub oder der Jugi Schneeschuhtouren, Wanderungen oder Klettersteige durchführt, muss sich ab 2014 auf schärfere Gesetze einstellen

 

Nach mehreren schweren Unfällen (Bsp: Saxetbach) hat der Bundesrat die Bestimmungen für Outdoorsportarten verschärft. Wer in seinem Teeniecamp oder im Jungschilager eine Schneeschuhtour oder einen Klettersteig einplant, muss sich ab Januar 2014 gut informieren. Neu sind sogar Wanderungen bewilligungspflichtig. Die Jugendallianz hat die wichtigsten Infos zusammengefasst:

Für Lager, welche unter J+S Lagersport/Trekking stattfinden gelten die üblichen J+S Sicherheitsbestimmungen. Anbieter von Wanderungen sind gemäss dem neuen Gesetz erst ab dem Schwierigkeitsgrad T4 (SAC-Skala), also weiss-blau-weiss markierten Wanderwegen bewilligungspflichtig. Wanderwege dieser Schwierigkeitsstufe dürfen gemäss Lagersport-Trekking so oder so nicht begangen werden.

Fazit: Für Leiter aus dem Sportfach Lagersport/Trekking ändert sich punkto Sicherheit nichts. Nach wie vor dürfen sie mit ihren Gruppen ohne Fachpersonen keine alpine Touren unternehmen, Canyoning anbieten oder einen Klettersteig begehen.

 

Wer privat, also für Familie oder Freunde, eine Klettersteig- oder eine Schneeschuhtour plant, muss sich nicht um die neue Verordnung kümmern. Relevant wird die Bestimmung für jene, welche Risikosportarten "gewerbsmässig" anbieten. Gewerbsmässig handelt nach dem neuen Gesetz derjenig, der ein Einkommen von 2300.- Fr oder mehr erzielt.

An einem Samstag einen einfachen Klettersteig oder eine Wanderung zu begehen, und von den Teenies einen Teilnehmerbeitrag von beispielsweise 10.- Fr zu verlangen, ist also weiterhin möglich. Vorausgesetzt der Leiter ist entsprechend ausgebildet und die Sicherheit kann gewährleistet werden.

Problematisch wird es mit "gewerbsmässigen" Aktivitäten in einemTeenager- oder Jungscharcamp. In einem solchen Camp steigt das "Einkommen" schnell mal über 2300.- Fr. Die Aktivitäten gelten demnach als "gewerbsmässig". Risikoaktivitäten dürfen darin gemäss neuem Gesetz nur durch Personen durchgeführt werden, die eine Bewilligung haben (Bsp.: Bergführer).  Risikoaktivitäten müssen also unbedingt in die Hände von ausgebildeten und zertifizierten Experten abgegeben werden. Welche Aktivitäten künftig als Risikosportart eingestuft werden, seht ihr in der untenstehenden Liste:


a. Hochtouren ab dem Schwierigkeitsgrad L

b. Alpinwandern ab dem Schwierigkeitsgrad T4 (SAC-Skala)

c. Ski- und Snowboardtouren oberhalb der Waldgrenze ab dem Schwierigkeitsgrad L

d. Schneeschuhtouren oberhalb der Waldgrenze ab dem Schwierigkeitsgrad WT3

e. Variantenabfahrten oberhalb der Waldgrenze ab dem Schwierigkeitsgrad WS

f. Begehen von Klettersteigen

g. Eisfall- und Steileisklettern

h. Klettern in Felsen ausserhalb von Klettergärten und künstlichen Anlagen und mit mehr als einer Seillänge

i. Canyoning

j. River-Rafting auf Fliessgewässern ab dem Schwierigkeitsgrad Wildwasser

k. Wildwasserfahrt auf Fliessgewässern ab dem Schwierigkeitsgrad Wildwasser

l. Bungee-Jumping

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